Wie die Idee zu den Interviews entstanden ist

Mein Buch wäre in seiner Art nicht möglich und nicht so vielschichtig, ohne die wunderbaren Interviewpartner, die ich auf der langen Reise getroffen habe und die ich zu meinen Themen befragen durfte.

Noch ganz am Anfang, auf meiner Zugfahrt von New York nach Washington, habe ich angefangen, darüber nachzudenken, wie ich mit den Menschen über die Themen Leben im Moment und Nichts wollen, am besten und einfachsten ins Gespräch kommen könnte. Im Sitzplatz am Fenster neben mir saß Kammae, die in der US-Regierung als stellvertretende Direktorin im Büro für Diversity, Inclusion, & Dispute Resolution Office arbeitet. Sie pendelt zwischen den beiden Städten und an ihr habe ich meine ersten Fragen erprobt.

Schnell waren wir in einem sehr persönlichen Gespräch und ich war sehr erfreut, dass meine Themen bei ihr sofort einen so großen Anklang gefunden haben und sich ihr Herz öffnete. Und das blieb auch in den folgenden Monaten in den anderen Interviews so. Einige Fragen habe ich wiederholt, andere an die jeweilige Situation und meinen Gesprächspartner angepasst.

Ich habe mit einem NASA-Direktor gesprochen, mit Lehrern, digitalen Nomaden, weiteren Regierungsmitgliedern aus Mexiko und Neuseeland, Psychologen, Coaches, Projektleitern, Unternehmern unterschiedlichster Art und auch Rentnern, die ihr Leben beim Reisen genießen. Menschen wie du und ich. Und sie kommen alle aus verschiedenen Ländern und Kulturen dieser Welt: aus Belgien, Frankreich, China, der Ukraine, Kasachstan, Südafrika, Kanada und natürlich aus allen Ländern die ich bereist habe: den USA, den Bahamas, Mexiko, Costa Rica, Brasilien, Peru, Chile, Uruguay, Argentinien und nicht zuletzt Neuseeland.

Leben im Moment und die Kunst, nichts zu wollen

Junge Menschen haben sich dabei eher weniger Gedanken über das Leben im Moment gemacht, bekannt war das Thema aber jedem. Kunterbunt und ganz unterschiedlich waren die Antworten zum Nicht wollen. Je nach Lebenssituation und der persönlichen Vita waren die Aussagen teils nüchtern und sehr der Realität verbunden oder nachdenklich und spirituell angehaucht.

Upa Chalupa

Im Interview mit dem chilenischen Pärchen Carola und Viktor, Unternehmern in Cerro Castillo, habe ich dazu einen so schönen wie einprägsamen Begriff kennengelernt: Upa Chalupa.

Wir stammen beide aus Santiago und wollten irgendwann dort weg, sagt Victor. Wir haben die Entscheidung getroffen, alles zu verkaufen, um vier Jahre reisen zu können. So sind wir in die Tourismusbranche gelangt. Was du tun willst, ist ein Prozess, dann eine Wahl. Du musst eine Entscheidung treffen. In Chile sagen wir: „Upa Chalupa”: „Denke nicht so viel nach: tue es einfach“. Und so leben wir.

Mit jedem Interview sammelte ich weitere Lebensgeschichten, hörte von teils unglaublichen Schicksalen und das menschliche Wollen erhielt Zug um Zug immer eine Facette mehr. Zudem habe ich viel bei den Philosophen und spirituellen Lehrern recherchiert und für mich spannende Autoren kennengelernt. Einer meiner Favoriten ist der Deutsch-Kanadier Eckhart Tolle. Hier noch ein weiterer Ausschnitt aus dem Kapitel „Whatever i want, wants me more.”

„Whatever i want, wants me more.”

Diese Zeile habe ich irgendwo gelesen und er drückt die Macht aus, die die ungesunde Seite unseres Egos über unseren Willen hat. Denn Wollen und Wünsche werden nicht für das Ego missbraucht, sie sind das Ego. Irgendetwas benötigen wir scheinbar immer. Wird der Fernseher geliefert, sind wir für einen Moment glücklich, aber wenn er dann aufgebaut ist, versiegt die Begeisterung recht schnell. Das nächste „Wollen“ wird benötigt. Bewusst sind wir uns dessen meist nicht.

Wir identifizieren uns also mit unseren Bedürfnissen. Wenn wir einen Bedarf haben, geht es also immer unmittelbar um uns.

Eckhart Tolle sagt dazu:

„Die Bedürfnisse des Egos sind endlos. Es fühlt sich verletzlich und bedroht und lebt dauernd in einem Zustand von Angst und Bedürftigkeit. (…) Das Ego ist immer auf der Suche nach etwas an dem es sich festzuhalten kann, um sein trügerisches Selbstgefühl aufrecht zu erhalten und zu stärken. Und es wird sich bereitwillig an deinen Problemen festhalten. Darum ist für so viel Menschen ein Großteil ihrer Selbstwahrnehmung eng mit ihren Problemen verbunden. (…) dann wollen sie auf keinen Fall davon befreit werden. Das würde den Verlust des Selbst bedeuten. Das Ego kann ein großes Interesse daran haben, Schmerz und Leiden aufrecht zu erhalten.“

Zum Ende des Buches fasse ich die Interviews, die gesammelten Eindrücke und Inspirationen zusammen und ziehe meine Schlüsse daraus. Schafft der Mensch es wirklich, manchmal nichts zu wollen? Und wenn ja, tut ihm das gut? Mein Fazit findest du natürlich auf den letzten Seiten meines Buches. Was meinst du denn dazu?

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ISBN 987-3-7583-1232-8

Lesung? Vortrag?

Wenn dich mein lebendiger und spannender Vortrag interessiert, frage einfach nach einem Termin. Wenn du mir eine Gelegenheit gibst, um eine Lesung abzuhalten, freue ich mich auch. Lass uns einfach drüber reden!

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